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Es fehlt Wasser in Deutschland

4 September 2020

Rekordhitze und Wassermangel sorgen für sterbende Wälder, ausgetrocknete Gewässer und massive Ernteeinbußen

Trotz teils heftiger Regenfälle war der Sommer in Deutschland in diesem Jahr wieder insgesamt zu warm und etwas zu trocken. So der Deutsche Wetterdienst (DWD). Laut DWD waren hochsommerliche Temperaturen im Juni und Juli zunächst eher eine Seltenheit, und das Wetter shwankte in den beiden Monaten zwischen kühlen und warmen Phasen. Dafür gab es im August eine Hitzewelle in ganz Deutschland mit Temperaturen von mehr als 35 Grad Celsius. Durch die Gewitter und Starkregen konnte einiger Orts die oberste Bodenschicht wieder etwas Wasser speichern, doch das Problem sitzt tiefer – in den tieferen Bodenschichten.

Obwohl der Februar 2020 feucht war und die oberen Bodenschichten mit Wasser versorgen konnte, reichte es nicht aus, um in die tieferen Bodenschichten vorzudringen. In dem Dürrejahr 2018 und 2019 hat es in Deutschland viel zu wenig geregnet und es herrscht vielerorts immernoch bis in die tieferen Bodenschichten eine außergewöhnliche Dürre. 2018 brachte seit über 40 Jahren die erste großflächige Dürre in Deutschland. Die Dürre erstreckte sich nicht nur über den Oberboden, sondern über die gesamte Bodentiefe. Im Sommer und Herbst 2018 zeichnete der Düremonitor (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ) erstmalig seit 1976 wieder eine großflächige Dürre in Deutschland auf; sowohl im Oberboden als auch über die gesamte Bodentiefe. Sommer und Herbst 2018 waren trockener als in allen vorherigen verfügbaren Jahren im Dürremonitor (seit 1951). Und 2019 schloss an das Dürrejahr mit ebenfalls zu wenig Niederschlägen an. Auch im Winter waren die Niederschläge in beiden Jahren zu gering, so dass die tieferen Schichten der Böden nicht genügend Wasser erhielten und immer weiter austrocknen.

Dürremonoitor vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Diese Trockenheit wirkt sich besonders auf die Tiere und Pflanzen aus, die unter der Trockenheit leiden; damit sind Landwirte ebenso stark von der Dürre betroffen. Denn die Trockenheit vermindert das Pflanzenwachstum und somit die Erträge. 2018 führten in Deutschland langanhaltende Hitze und geringen Niederschläge zu Ertragsausfällen, von denen insbesondere Norddeutschland, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Teile von Bayern stark betroffen waren. Diese Ausfälle betrafen nicht nur das Ackerland, sondern auch das Grünland, was bei vielen rinderhaltenden Betrieben zu einem Futtermittelmangel führte. 2019 fiel im Vergleich zum Vorjahr mehr Niederschlag, welcher auch über das Jahr besser verteilt war. Dennoch blieb die Niederschlagsmenge unter dem vieljährigen Mittel (im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990). Hinzu kamen Rekordtemperaturen im Juni und Juli, was zu einem Anstieg der potenziellen Verdunstung führte. Somit konnte auch 2019 der Bodenwasserspeicher nicht ausreichend aufgefüllt werden, sodass einige landwirtschaftliche Kulturen auch 2019 unter mangelnder Wasserversorgung litten.

„Schon eine Erwärmung von 1,5 Grad bedeutet, dass Hitzejahre wie 2018 normal werden. Selbst bei 1,5 Grad werden wir also eine massiv andere Wassernutzung bekommen als heute. Momentan betreiben Landwirte nur auf 3 Prozent der Fläche Bewässerungsanbau, etwa beim Kartoffel- oder Rübenanbau in Niedersachsen. Schätzungen gehen davon aus, dass wir in 20 bis 30 Jahren ein Drittel der landwirtschaftlichen Flächen mit Grundwasser bewässern müssen. Dann werden wir Nutzungskonflikte bekommen, die wir bislang noch nicht kennen.“

Hydrologe und Dürreexperte Dietrich Borchardt im Interview mit der TAZ

Noch ist unklar, wie sich die Situation 2020 in Bezug auf die landwirtschaftlichen Erträge entwickeln wird. Sollte in diesem Jahr abermals die klimatische Wasserbilanz im Jahresdurchschnitt negativ ausfallen, folgen voraussichtlich abermals Ertragseinbußen. Der Februar 2020 war sehr feucht. Dadurch waren die Böden zu Beginn der diesjährigen Vegetationsperiode in den meisten Regionen gut mit Wasser versorgt, und das Pflanzenwachstum wurde durch das Niederschlagsdefizit bislang nur wenig beeinträchtigt. Es bleibt jedoch festzustellen, dass der feuchte Februar 2020 die seit Frühjahr 2018 aufgelaufenen Niederschlagsdefizite bei weitem nicht ausgeglichen hat. Auch das diesjährige Frühjahr war bereits wieder zu trocken. Normalerweise können Pflanzen während einer Trockenperiode, in der der Wasserbedarf die Niederschlagsmenge übersteigt, auf den Wasserspeicher im Boden zurückgreifen und diese Phase somit überstehen. Aufgrund der vergangenen zwei Jahre ist in der durchwurzelbaren Zone vielerorts zu wenig Wasser vorhanden, um den Wasserbedarf der Pflanze aus dem Bodenspeicher zu decken. Somit kann es bereits bei weniger intensiver Trockenheit zu Ertragsverlusten kommen. 

Insgesamt müssen wir uns damit abfinden, dass Trockenheit in Deutschland kein vereinzeltes Phänomen mehr ist, sondern regelmäßiger auftreten wird. An erster Stelle steht es langfristig den Umgang mit der geringer werdenden Ressource Wasser zu optimieren und mit neuen Konzepten die Probleme der Trockenheit zu bekämpfen. Novihum Technologies geht das Problem bei der Wurzel – dem Boden – an. Erfahren Sie in unserer Broschüre, wie Sie gegen die Probleme der Trockenheit vorgehen können.

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